Waldkirchen

Kirche St. Georg und mittlerer Ort

Waldkirchen, ein typisches erzgebirgisches Waldhufendorf, liegt in der Quellmulde des Dorfbaches am Osthang des Zschopauflusses und zieht sich vom Fluss über 200 Höhenmeter hinauf zum Börnichener Rücken, einem markanten Höhenzug, der zugleich Wasserscheide zwischen Zschopau und Flöha ist. Die erste urkundliche Erwähnung findet sich wie die von Grünhainichen 1249/1250 im Lehnbuch Heinrich des Strengen. Im Juli 1999 feierte der Ort das 650-jährige Bestehen mit einem großen Heimatfest. Der Ort wurde im Zuge der Landnahme von der Höhe her erschlossen. Der Überlieferung nach soll auf dem Höhenrücken frühzeitig schon eine Wallfahrtskapelle gestanden haben, die dem Ort den Namen gab. An gleicher Stelle steht heute noch das alte Waldkirchner Gotteshaus. Es war bis zur Jahrhundertwende des vorigen Jahrhunderts Parochiekirche für Börnichen, Borstendorf, Grünhainichen und Waldkirchen und dient nach dem Umbau noch als Begräbniskapelle.

 

Dicht an den Felsen des mittleren Ortsteils, auf denen 1901 die neue Kirche St. Georg errichtet wurde, schmiegen sich die Fachwerkhäuser des Ortsteils „Stein“.

 

Zu den schönsten erhaltenen historischen Bauwerken zählt das neben der Rolle-Mühle in der Flussaue der Zschopau 1684 errichtete Blaufarbenwerk. Bis 1848 wurde in der seinerzeit zu Zschopenthal gehörigen Farbmühle Kobalterz zu blauer Farbe gebrannt. Die begehrten Produkte waren in den Glashütten Venedigs genauso gefragt wie im holländischen Delft, wo sie in der Porzellanmalerei verwendet wurden.

 

An Waldkirchen direkt angrenzend liegt am südlichen Ortsausgang das auf Börnichener Flur stehende Wichernhaus. Die 1852 als Friedrich-August-Stift gegründete Waisen- und Erziehungsanstalt ist heute Heim- und Werkstätte für Behinderte.

 

Wie in den Nachbarorten veranlasste der Holzreichtum der erzgebirgischen Wälder auch die Bewohner Waldkirchens schon in frühen Jahren sich der Schnitzerei von Hausrat und später der Herstellung von Spielzeugen zuzuwenden. Das aus dem Jahre 1850 stammende handkolorierte Waldkirchener Spielzeugmusterbuch des ehemaligen Verlagshauses Oehme ist ein wertvolles Zeugnis einer Epoche, die die Struktur der Region einst prägte. Aufgrund der topografischen Verhältnisse wird die Waldkirchner Flur heute vorwiegend land- und forstwirtschaftlich genutzt.

 

Waldkirchen ist ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen in das Landschaftsschutzgebiet Sternmühlental, durch das Waldgebiet der Mörbitz zum Schloss Augustusburg und in den nahen Bornwald mit den Neunzehnhainer Talsperren.

 

(oder über Kontakt Verwaltungsverband Wildenstein)

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