Grünhainichen

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Grünhainichen - das Engeldorf im Erzgebirge

Das „Spielzeugmacherdorf“ Grünhainichen liegt 6 km südöstlich von Augustusburg am steilen Südhang der Flöha und erstreckt sich von 338 m bis zu 520 m ü.NN. Der Ort hat zur Zeit etwa 1300 Einwohner. Eine Besonderheit ist die ausgeprägte gewerbliche Struktur mit etwa 550 Arbeitsplätzen im Ort selbst, vorrangig im traditionellen Kunsthandwerk, mittelständischen Unternehmen, Dienstleistungen und sonstigem Gewerbe.

 

Der Ort wurde von hessischen Einwanderern gegründet und erstmals urkundlich 1349 erwähnt und als „Hainchyn“ ausgewiesen. Damals als Waldhufendorf angelegt, entwickelt sich frühzeitig nebenher zum kärglichen bäuerlichen Erwerb die Holzwarenherstellung. Von der „Lautersteiner Holzordnung“ als Holzhandwerker bezeichnet, bietet man bereits im 15. Jahrhundert „kandeln, schüßeln, teller, schöffelthrusen (Scheffelmaße), schaufeln“ u.v.m. in den umliegenden Ortschaften an. Der bislang früheste belegbare Hinweis im Erzgebirge auf die Produktion hölzerner Ware stammt aus Grünhainichen und ist auf das Jahr 1579 datiert.

 

Bereits 1613 sind Grünhainichener Händler nachweislich auf der Leipziger Messe erwähnt. Der Ort entwickelt sich in den nächsten Jahrhunderten zu einem bedeutenden Zentrum der Spielwarenherstellung und des Spielwarenhandels im Erzgebirge. Es entstehen Spielwarenverlage, welche nicht nur die Waren der örtlichen Spielwarenhersteller vertreiben, sondern auch die Erzeugnisse der Spielwarenproduktion aus dem oberen Erzgebirge. Auf allen wichtigen Messen und Märkten sind sie vertreten und Grünhainichen hat in dieser Zeit den bis heute in der Region geläufigen Beinamen „Klein-Leipzig“ erhalten. Die Beschäftigung mit Holz ist traditionell, hat sich aber im Laufe der Zeiten natürlich gewandelt. Heute ist die Herstellung kleinfigürlicher Schnitzereien und Drechslereien vorrangig. Zu Anfang des 20. Jahrhunderts zeichnet diese Tendenz ab. Vor allem Musikantenengel, Blumenkinder, Spieldosen und allerlei andere kunstgewerbliche Erzeugnisse werden bis heute tagtäglich in Welt exportiert.

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